Monday, July 30, 2007

Cloverfield - Und sie leben...

Es kann noch heiter werden...
Alle Hauptfiguren des Films haben ihre eigene Profile bei MySpace. Sie führen ihre Blogs, tauschen Kommentare untereinander, posten ihre Fotos. Die Kommunikation ist zwar geschlossen, d.h. dieser Freundeskreis unterhält sich nur unter sich, jedoch man kann ihr Leben verfolgen - bis hin zu dem Zeitpunkt der Katastrophe, die nach Cloverfield-Mythologie am 18. Januar 2008 stattfinden soll...

Interessant sind auch die Meldungen der "Fans", die man seltsamerweise unter "Video" findet: sie scheinen wie Stimmen der Propheten oder auch Dämonen zu sein, indem sie vor der Katastrophe warnen, oder auch drohen - denn das sind die künftige Zuschauer eines noch nicht fertigen Films, die die Lebenden mit den Stimmen des Jenseits anhauchen, das sind wir. Doch unsere Prophezeiungen werden nichr erhört - die Protagonisten steuern einer Katastrophe zu, ohne zu ahnen, ohne zu merken.

Interessant ist diese Umkehrung des Fiktionalen und des "Realen", die Verschmelzung der Grenzen dazwischen (ob's sie je gegeben habe?..).

Doch genug des Theoretischen,
hier sind die Profile unserer Helden
(evtl. muss man in MySpace eingeloggt sein, um die kompletten Profile sehen zu können).

Rob Hawkins
Marlena Diamond
Lily Ford
Jason "J.J." Hawkins a.k.a. Hawk
Jamie Lascano
Beth McIntyre
Hudson Platt

Diese Profile scheinen "offiziell" angelegt zu sein. Dafür sprechen die Fotos der Helden in verschiedenen Konstellationen, Anspielungen an den Film (z.B. JJ Hawkins scheint das Getränk "Slusho" zu mögen) und werden von der Seite http://projectcloverfield.com/cast verlinkt (scheint offiziell zu sein, ist aber kurzeitig offline).

Sunday, July 29, 2007

1-18-08 aka Cloverfield



Source: imdb

Wir erleben gerade einen Viral Marketing vom Feinsten, in den Ausmassen, die ich noch nie erlebt habe.

In amerikanischen Kinos, kurz vor dem Beginn von "Transformers" läuft ein seltsamer Trailer: der Zuschauer bekommt die mit einer Amateur-Camera aufgenommenen Blair-Witch-Projekt-esken Wackeleinblicke in den fortschreitenden Weltunterang. Eine fröhlich anmutende Party zu Ehren eines gewissen Robs (er fährt nach Japan) wird abrupt durch das haarstreubende Endzeit-Szenario mit Involvierung von Etwas Animalischem unterbrochen. Die Authentizität der Kameraführung und die Qualität der Special Effects lässt auf eine High Budget Produktion schliessen, nur gibt es keinen Titel des Films, lediglich, dass es am 18. Januar 2008 gezeigt wird.

Nun sind die Zuschauer ungeduldig, und fangen an, im Internet nach weiteren Details zu suchen. Und werden sofort fündig. Auf eine überraschende, gar verstörende Weise. Sie finden folgende interessante Aspekte:

> Der Film ist ein neuer Projekt von J.J.Abrams, der mit seinen mystifizierenden Werken wie "Alias", "Lost" etc., bereits für Furore gesorgt hatte.

>Es gibt mindestens eine offizielle Homepage, nämlich http://www.1-18-08.com/
Dort sind lediglich mehrere virtuelle Schnappschüsse der Katastrophe (Anzahl steigend) zu sehen. Auf dem ersten Foto sieht man Rob, der seine Abfahrt alkoholtechnisch zelebriert. Im Hintergrund sieht man den Plakatauschnitt "WE'LL MISS (you, Rob)". Fundige Kinofreaks stellten diesen Ausschnitt auf den Kopf und lasen es als "551W 773 M" ("551 West" and "773 Avenue M"), suchten auf Google-Earth - und fanden: "I got only 2 locations, both of which were in New York near Ellis Island where the Statue of Liberty resides.". Und diese Freiheitsstatue spielt ja im Trailer eine markabre Rolle.

Auf dem anderen Foto (Datiert exakt 35 Minuten nach dem ersten) sieht man zwei erschrockene Frauen-Gesichter. Einige meinen, es sei sogar ein und dasselbe Gesicht. Die panische Stimmung deutet auf die angebrochene Katastrophe... Weiteren Fotos kommen nach und nach...

> Eine andere Seite, die man in Verbindung mit dem Projekt bringt, ist http://www.ethanhaaswasright.com/. Es ist eine Flash-animierte interaktive Website, die man erst nach Auflösung mehrerer Rätsel öffnen kann. Während des Lösens erfährt der Besucher in kleinen Videos über den aufrollenden Endzeit-Tsunami. Und am Ende erwartet den Rätsellöser eine kleine hoffnungsgebende Überraschung. Ist bei dem Besucher die Flash-Unterstützung ausgeschaltet, kommt er auf eine schlichte Page mit einem Text, der sich an Johannes-Offenbarung erinnert. Kurze Zusammenfassung des Textes: Apokalypse heute, jetzt.

J.J.Abrams leugnete angeblich offiziell die Verbindung dieser Homepage mit dem Projekt. Es entstand jedoch bereits ein Blog namens http://ethanhaaswaswrong.blogspot.com/, den "die Anderen", die Mezins gegründet haben sollen. Diese Mezin seien keine Menschenwesen und möchten jenen Ethaan Haas zum Schweigen bringen. Das machen sie in ihrem Blog auf Nepalesischer Sprache Bhasa. Wer ist denn jener Ethan Haas? Man stosst bei der Suche nach ihm auf einen alten Serial "The Class", in dem ein Protagonist so heisst. Seltsamerweise spielt eine Darstellerin, Lizzy Caplan aus diesem Serial auch in unserem Mystery-Noname-Film von J.J.Abrams mit. Ein Zufall? Eine Verbindung?


> Das Datum 18.Januar 2008 markiert den Weltuntergang, laut den Prophezeiungen eines gewissen Anastasius Balkin Zeno, der angeblich Berater vom Kaiser Zenon und seiner Frau Ariadne gewesen war. Nach dieser Prophezeiung wurde er durch die "Orthodoxe Extremisten" eliminiert. Naja, dieser Eintrag wurde kurz vor der Trailer-Premiere in die Wikipedia gestellt. Und jetzt wurde er bereits aus der Wikipedia gelöscht. Also nutzte man auch Wikipedia für Viral Marketing. (Und begegnete einem humorlosen Wikipedia-Administrator).

> eine japanische Homepage http://slusho.jp wird mit dem Projekt in Verbindung gebracht.
1.Sie wurde auch kürzlich vor dem Trailer-Start eröffnet.
2.Die Seite trägt einen offensichtlich fiktionalen Charakter.
3.Rob hat im Trailer den T-Shirt mit dem Markenzeichen Slusho
4.Slusho als Getränkt taucht nur einmal auf - in "Alias", der Agentenserie, die ebenso von J.J.Abrams produziert wird.
Es wurde mittlerweile eine neue Slusho-Seite entdeckt, die hat mehrere scheinbar zufällige Bilder, die scheinbar willkürlich mit verschiedensten Webseiten verlinkt sind, z.B. mit einem japanischen Frankenstein-Film, mit einer populär-wissenschaftlichen Seite über Genetik, mit Warner-Brothers-VIP-Sightseeing-Seite etc. Ob die Seite dem Projekt angehört oder nicht, bleibt unklar.
Klar wird lediglich, dass die Slusho-Werbungsgeschichte Hinweise auf Lovecraft und sein Cthulhu-Mythos aufweist.

Vgl: Cthulhu als ein Uraltes Wesen, das unter dem Ozean schläft und mit dem Menschen durch seine Träume kommuniziert, da das Wasser alle anderen unheilsvollen Einwirkungen verhindert.
Bei Slusho geht es um ein Mädchen, das einen Getränk entwickelte, mit dem man die Träume dieses Mädchens erleben kann, trinke man dieses Wasser.

> Mittlerweile gibt es bereits eine "offizielle" (?) Film-Website, die darauf Hinweist, der Film könnte "The Parasite" heissen.

> ein Blogger namens Jason Windsor verfolgt die Enhüllungsgeschichte in seinem Blog und findet einige sehr merkwürdige Hinweise...

Alles in allem, der Film läuft noch nicht in Kinos, mehr noch, die Dreharbeiten fingen erst Mitte Juni an. Aber die Maschinerie des Viral Marketing ist schwer in Rollen, es werden Seiten geöffnet, es wird Wikipedia gefälscht, J.J.Abrams "droht" mit weiteren grossmasstabigen Massnahmen.

Egal, wie gut oder schlecht der Film auch sein wird, seine Vorbereitung wird in die Geschichte eingehen. Als ein gigantischer Viral Marketing.

Friday, July 27, 2007

Knutomanie geht weiter

Es wurde eine 'offizielle' Biographie des kleinen Kuschelraubtieres namens Knut veröffentlicht. Ist ganze 43 Seiten doof. Unter dem trochäischen Titel "Knut der kleine Eisbärjunge". An Germanisten unter Euch: fehlt da nicht etwa eine Komma dazwischen?

Thursday, July 26, 2007

Zur Werbung

Was nutzt jenes Jonglieren mit Produkten, jenes visuelle Schütteln mit Klischees, jene endlosen Versuche, originell zu sein, und gleichzeitig für die Kunden zu werben, wo ich doch sowieso diese armseligen Erzeugnisse nicht kaufe...

Wednesday, July 25, 2007

Offensive Werbung

Nicht schwer ist sie, die Kunst der Werbung. Eines spitzfindigen Geistes Gebrauch genügt, die babylonische Völkerscharen um sich vereinen zu lassen und sie, alle Bedenken entwendend, für die eignen Zwecke zu nutzen.

Gebräuchlich ist die freundliche Werbung, die den Entgeisteten begeistert, den Ermüdeten motivieret, den Verzweifelten mit der Hoffnung füllet.

Eine andre Möglichkeit ist es, den Recipienten zu übertrampeln, damit er mit Angst im Herzen und Sorge im Geiste den Richtlinien der Werbung folgen möge. Diese Art ist zwar eher selten, jedoch diesmal bekam ich sie per elektronische Postversandtrickserei namens EMail.

Der Betreff fing denunzierend und entlarvend an: "Du hast illegale Musik auf Deinem PC".
Auch wenn dem nicht so sei, füllet eine gewisse Trübseligkeit die Seele des Lesers, der jene Zeilen im Begriff ist zu begreifen.

Zum Glück, war der komplette Betreff eher entwarnend:

Du hast illegale Musik auf Deinem PC? Aendere das jetzt...

Es wurde für ein legales Musikverbreitungssystem geworben. Doch nervös macht es schon.

Historische Wahrheit

Karl Marx hatte einen Schutzengels.

Schlüssligkeit

- Hast du es schon mal erlebt? - fragte er mich. - Du steckst deinen Schlüssel in das Schlüsselloch, doch er passt nicht.
Du suchst in deinem Schlüsselbund nach dem richtigen Schlüssel, doch findest es nicht.
Du strömst auf die Strasse.
Du läufst an die grauen Häuserkisten, an die dunklen Strassenlichtungen vorbei, vorbei an die sepiafarbenen Laternen, die kaum noch leuchten, lebendig sind nur die Motten. 
Es ist niemand zu sehen, es ist niemand zu hören, doch du läufst und läufst, bis dich die Kräfte verlassen.
In einem grünbewachsenen Park lässt du dich auf eine Bank nieder, deine Knie zittern, dein Herz kämpft mit dem Rippengerüst deiner selbst.
Und dann, zwischen den gelblich frühherbstlichen Blättern unter deinen Füssen blitzelt etwas zu dir empor.
Du biegst dich, und holst aus dem Laubchaos einen Schlüssel.
Oder gar den Schlüssel.
Du weisst nicht, ob es passt, das muss man schon vor Ort ausprobieren.
Doch du hälst diesen Schlüssel in der Hand und fühlst dich plötzlich mit dem Universum verbunden.
Alles ist da, nichts ist weg.
Du sitzt mit dem Schlüssel in deinem Faust, und auf deine Schulter fällt das herbstliche Laub. Hattest du es schon mal erlebst?

- Nein, - antwortete ich.

- Ich auch nicht, - versetzte er.

Wednesday, July 18, 2007

German Prison. A report in photos and videos...

So ist es, einmal, auf der Suche nach einer passenden Wohnung, sind wir in einem Gefängnis gelandet... In einem richtigen, deutschen...



Tag der offenen Türe


Unterwegs von einer Wohnungsbesichtigung zur anderen sind wir auf dieses dunkles Gebäude gestossen. Vor Kurzem war es noch im Betrieb, doch nun ist das Gefängnis zu einem Museum geworden.


"Bitte warten"


Das mag idiotisch klingen, doch nach so vielen analytischen Wohnungsbesichtigungen ("Oh, das Zimmer ist ganz gross!.. Nein, aber das Badezimmer ist zu eng, nur eine Duschzelle... Guck mal, die Fenster sind OK, aber leider kein Balkon...") konnten wir uns nicht anders auch hier verhalten: "Schaue mal, die Decke ist zu hoch... Und hier ist das Fenster klein, aber das Bett ist noch OK... Aber hier, schaue nur, das ist ja ein Doppelzimmer, was ein Luxus, Du..."


Gefangenenmasken. Eine alte Gravur. Warum denke ich nur an Guantamo Bay?...


Einzelhaft in Arizona.
("Arizona Alb-Dream")


Big brother is watching you


Spieglein, Spieglein an der Wand,
Wer ist der Staatsfeind in diesem Land?


Bernhard Becker war einer der Rebellen, die Ende 30-ger eine Jugendwiderstandbewegung grundeten. Er war verhaftet und in dieses Zimmer gesteckt. In der Angst vor der Folter (dass er zu schwach wird und alle seine Kontakte in Qualen verrät), beging er Selbstmord, indem er aus dem Bodenbelag mehrere Nägel herausnahm und sie verschluckte.


Die einzige auf diesem Stock Badeeinrichtung.


Moderne Zelle aus der Vogelperspektive (ein Teil der Ausstellung).


Ohne Worte.


Hinter dem Glas


Lachen im Gefängnishof.


Gefängnishof im Himmel.


Stacheldrahtzaun.

Und hier zwei Videos.

72





What a great weather...




Tuesday, July 17, 2007

Tempora Mutatur...

...und wir mit ihnen, meine werten Leser. Nur die geistige Beschränktheit überwindet die Zeit und den Raum, die Sturrheit und Verliebtheit in Stereotypen - und vor allem in sich selbst. Dabei wird darüber nicht reflektiert, dass das, was heute als übel postuliert wird, früher das Gute bedeutete - und umgekehrt, und auch gleichzeitig gleichwertig. Der Mensch strebt stets an, die Symbolen zu erheischen, jedoch nicht, um sie zu Begreifen oder gar zu hinterfragen. Nein, um sie zu zweckentfremden. Es geht nur um das Eigene, um den Status, um die Macht.

Jetzt gerade höre ich "Gaudeamus Igitur" hinter dem Fenster erschallen. Früher wurde dieses lustges Liedchen in den Studentenkneipen (etwa wie Auerbachs Keller) unter intensivem Alkoholrausch fröhlich und kumpelhaft gesungen, was sage ich, gebrüllt. Denn auch der Text an sich, der ganz und gar unter dem Zeichen von "Carpe diem" konzipiert ist, regt zum Hedonistischen an: "So wollen wir uns freuen, solange wir jung sind". Es wurde gesungen, gepöbelt, gerulpst und gevogelt, bis der Rektor kommt.

Nun aber, in strenge Reihen, in feierlichen Fracks und Anzüge gekleidet, besingen brav und tugendhaft die Chöre die Authorität "Universität", indem sie - ohne darüber nachzudenken - als ein traditionelles Lied ausgerechnet Hedonistenhymnus "Gaudeamus Igitur" gewissenhaft meistern. Eine Tradition, die aber ganz anders rezipiert wird, wenn man es denn so will.

Die Symbole haben längst die Macht übernommen, und dieses Problem erkennen leider nur noch die Boten der Postmoderne, Strukturalisten, Semiotiker und andere einsame Vogel unseres reichen Panoptikums names Erde...

Don Juan

Diese Söhne des Südens, mit heissem Blut und voller emotio.
Heute, beim Bäcker, sah ich einen Spainier, der zu der niedlichen Kassiererin sagte:
- Bitte klein Café í un Schokocorazón.

Wednesday, July 11, 2007

Cloverfield

Dieser Film macht mich irgendwie wahnsinnig, auch nur noch als Trailer.

Übrigens, diese Seite soll irgendwelche Verbindungen mit dem Film haben.
http://www.ethanhaaswasright.com/
Mal sehen...

Würdge Beschänkung

Meine Collegen pflegen stets, die Arbeitsathmosphäre in Harmonie und
Einklang mit der Natur zu bewahren. Diesen Grundsätzen folgend,
erfreuen wir einander tüchig der Aufmerksamkeit. Daher beschenkten sie
mich mit einer kleinen Palme in einem Tonfasse. Nun habe ich jederzeit
die gar einzigartge Möglichkeit, bei Bedarf auf diese Palme zu
steigen.

Monday, July 09, 2007

Aufge-passt!

Schreibst Du noch, oder bloggst Du schon?

"Apropos Zitate: Wir suchen Tagebuchzitate. Von Schriftstellern, aus Alltagstagebüchern und aus Blogs. Maximal 1000 Zeichen. Gerne kann das Schreiben und das Lesen von Blogs, von Tagebüchern, das Wiederlesen, das Verlieren, das Zerstören, was immer, thematisiert sein. Schöne Textpassagen habe ich beispielsweise schon bei suna, Miagolare, Trithemius oder Hotel Mama gefunden. Ich hab noch mehr auf meiner Liste, aber längst nicht genug. Wer also da helfen kann, soll wissen, dass wir für jeden Tipp meher als dankbar sind. Und was wir damit machen? Das wird in einem späteren Eintrag erzählt. Ich kann nur sagen: Wir haben viel vor."

http://tagwerke.twoday.net/stories/12817/