Thursday, September 27, 2007

Poetik der Nachrichtensprecher

Eben hat die heute-Moderatorin folgends den Wetterfrosch vorgestellt:

"und nun (name...) widmet sich mit hingabe, aber auch zurecht dem
nassen monster namens regen"

Friday, September 21, 2007

In der Bibliothek, neben der Kaffee-Theke. Eine Szene mit zwei Personen und viel Zucker.

Dramatis personae:

Glatze = Ein melancholischer langwüchsiger ewiger Student mit Glatze.
Brille = Ein lebensfreudiger, Optimismus ausstrahlender asiatischer Streber-Student.

GLATZE (kommt mit der Tasse Kaffee und einer Zuckerdose)
BRILLE: Ach! Lange nicht gesehen! Und, wie?
GLATZE: Ach, alles depri, alles Scheisse... (streut sich Zucker Löffel nach dem Löffel in die Tasse)
BRILLE: Was ist? Die Arbeit?
GLATZE: Nein, welche Arbeit? Nein, ich habe Schluss gemacht... (streut sich Zucker Löffel nach dem Löffel in die Tasse)
BRILLE: Mit der Arbeit?
GLATZE: Ach nein. Mit meiner Freundin. (streut sich Zucker Löffel nach dem Löffel in die Tasse)
BRILLE: Stop stop! Was machst Du? Soviel Zucker in den Kaffee!?
GLATZE: Naja, ich möchte auch was von Zucker spüren.
BRILLE: Aber soviel! Du hast drin so circa 10 Löffeln.
GLATZE: Da hast Du wiederum recht. (Schaut verdutzt in die Tasse hinein). Was mache ich jetzt? (Löffelt löffelnd mit dem Löffel in der Tasse, dann legt den mit Kaffee tröpfelnden Löffel zurück in die Zuckerdose und beobachtet, wie das Weisse des Zuckers langsam braun wird)
BRILLE: Was machst Du? Wart mal (schnappt den Löffel aus der Zuckerdose weg, nimmt die Zuckerdose, stellt sie zurück auf den Tresen und bringt einen neuen Löffel zurück). Da: nimm den da.
GLATZE: Oh, danke danke. (Löffelt im überzuckerten Kaffee weiter mit dem sauberen Löffel). Echt Scheise sowas...
BRILLE: Na, erzähle, was isn los?
GLATZE: Naja, ich habe ein Mädchen kennengelernt.
BRILLE: DU? Das ist ja super!
GLATZE: Nana, nichts ist super, alles ist Scheisse. Ich versteh's nicht...
BRILLE: Und was ist passiert?
GLATZE: Naja, sie hat Schluss mit mir gemacht.
BRILLE: Ou... Das tut mir leid.
GLATZE: Mir auch ja... Vor allem, ich habe erst heute erfahren, dass sie am 17. August schluss mit mir gemacht hat... Also vor einem ganzen Monat!
BRILLE: Ach, lass es. Passiert's eben. Konzentriere Dich besser auf das Studium.
GLATZE: Da haste wiederum recht... (trinkt Kaffee) Aber trotzdem, einen Monat lang nichts darüber zu wissen, zu denken, dass alles OK ist...
BRILLE: Und wie hast Du sie kennengelernt?
GLATZE: Naja, im Netz.
BRILLE: Ach! Im Netz! Das kannst Du gleich vergessen. Diese Bekanntschaften enden immer so.
GLATZE: Aber sie war so nett. Sie hat mich auch gemocht.
BRILLE: Und wie lang seit Ihr zusammen gewesen?
GLATZE: Naja, so... drei Monate ungefähr.
BRILLE: Wohnt sie hier?
GLATZE: Nein, in Hannover.
BRILLE: IN HANNOVER? Seid ihr eigentlich zusammen gewesen?
GLATZE: Ja natürlich. Ich meine... Nein, eher nicht.
BRILLE: Habt Ihr euch jemals gesehen?
GLATZE: Naja, sie hat mir mal eine MMS mit ihrem Foto geschickt. Wart mal... (sucht nach seinem Handy)
BRILLE: Nein, danke, ich möchte nicht Deine privaten Mails...
GLATZE: Ach komm, sie ist ja so nett...
BRILLE: Lass es. Du findest hier auch ein nettes Mädchen.
GLATZE: Da hast Du wiederum recht... (trinkt Kaffee) Aber die anderen sind nicht so nett wie sie. Wart mal... (sucht nach seinem Handy)
BRILLE: Höre mal, wozu brauchst Du überhaupt Frauen jetzt? Du muss Dich auf das Studium konzentrieren. Das ist jetzt das wichtigste. Du muss mit der Uni fertig werden.
GLATZE: Da haste wiederum recht... (trinkt Kaffee) Aber sie hat wirklich erst jetzt... Ich habe erst jetzt die SMS gelesen, dass es aus ist. Vom 17. August, da hat sie es geschickt - vor einem Monat! Wart mal... (sucht nach dem Handy)
BRILLE: Du, ich muss langsam weiterziehen. Machs gut, ne!
GLATZE: OK, man sieht sich. (Gibt seine Suche nach dem Handy auf und trinkt den überzuckerten Kaffee).

Irgendwo klingelt's. Eine SMS.

Vorhang.

Der freie Willi

Willi:
Ich bin so frei.
Wie ein Vogel bin ich frei.
Wie ein Benzinkanister bin ich frei.
Wie eine Spaltung der Atome bin ich frei.
Wie ein des eitlen Traumes Schatten bin ich frei.
Wie ein Nebel zwischen den moosigen Sichbülten bin ich frei.

Ich:
Du freier Willi,
Du Freier Willi,
Du freust Dich, doch wisse:
Es ist ein Freiheitszwang, der Dich geblendet.

Vorhang zu. Irgendwo hinter der Bühne fällt die Sonne von der Decke
und verursacht einen Heidenlärm.

Tuesday, September 11, 2007

Eklatante im Bus

EklaTante sass im Buss und ärgerte sich über alles, was das Unglück
hatte, in ihr Gesichtsfeld zu gelangen.

Ungefähr so:
- Ei sowas von unverschämt!
Das is ja alles verHÜNZT,
des is alles verHÜNZT do.
Und do is es ooch verHÜNZT.
Also unmöglich sowas.
Und des, was is'n des da dribba für eines?!
Des is ja noch saaggemol!

Plötzlich druckte der Fahrer die Bremse.
Ungefähr so:
- Brem-
se.

Der Bus stand still.
Ungefähr so:
- Stilgestanden!

Und die EklaTante war sowas von empört, dass sie keine Worte mehr fand.
Ungefähr so:
.............................................................

FAZIT: Am Abend sind alle Katzen grün.

Saturday, September 08, 2007

Friday, September 07, 2007

Pizzacato

Nun ist sie da. Und riecht. Und dunkelt.
- Mein fingriges Tasten der Plastikziffern
Sie duftet und dämpft.
- Aus den knackenden Weiten schwimmt hervor Buona sera
Sie glänzt so ölig.
- Mein stimmiges Nennen der Nummernziffern
Und rot und gelblich und olivig
- Mein wartendes Sitzen.
Ganz offen ofenheiss.
- Die Tür erwacht und klingelt und ruft.
Die Messer zerschneiden das Runde aus dem Quader.
- Der lebendge Mensch reicht ein heiss-fettiges Papierviereck hierüber.

Nun bin ich der Pizza ausgeliefert.

Wednesday, September 05, 2007

Eine

Warum versuch ich hier denn mit kitschig-schleimgen Pathos des
gebildeten Bürgerthums Ihnen über dies und jenes zu erzählen? Wisst
Ihr's, werte Leser? Na? Sagt schon? Sagt bitte, denn ich weiss es
selbst nicht.

Tuesday, September 04, 2007

Erzwungener Blackout

Schawinski hat neulich beklagt, deutsches Fernsehen leidet an folgenden Problemen: Quoten und Zuschauer. Die Quoten seien ausschlaggebend - und verheerend - für die Programmplanung. Die Zuschauer scheinen
sich an die optischen Reize und die Dramaturgie von Serien wie CSI zu gewöhnen und [...] diesen Standard immer eindringlicher einzufordern.
Man befinde sich also im dunklen ewigen Kreislauf: die senkenden Quoten spiegeln die mangelnde Interesse der Zuschauer wieder, das Interesse der Zuschauer ist jedoch so mangeld, dass auch die Quotenrenner es nicht heben können. Also wird Mainstream produziert, um mindestens einen irgendwelchen Kreislauf zustande zu bringen.

Deswegen sei auch die Nonplusultra-Non-Mainstream-Produktion "Blackout" ihrem Namen eine traurige Ehre erwiesen.

Nun wollte ich nicht so ein Mainstream-Quoten-Kaninchen sein und mal etwas besseres, durch Sat1 produziertes mir anschauen, und zwar mit dem Titel "Zodiak - Der Horoskop-Mörder". (Achja, diese ständigen Doppeltitel im deutschen Fernsehen sind ein Thema an sich...)

Von Popkulturjunkie wurde ich bereits vorgewarnt, es könnte was langatmiges auf uns zukommen.

Doch - meine Rezension bleibt kurz, sie ist fast gar keine Rezension, da ich nach einigen Minuten dem verhängnisvollen Beispiel jener subversiven Zuschauer folgte, die damals von "Blackout" auf einen anderen Kanal zappten. Und zwar - Asche auf mein Haupt - zu CSI:NY...

Ja ich weiss, es ist alles kitschiger, farbiger, mainstreamiger. Jedoch etwas fehlte mir an "Zodiak". Vielleicht war es die Witzlosigkeit, kein Schmunzeln, alles Bierernst und tragisch.

Das ist die Ursache für den Untergang des deutschen Fernsehens - Mangel an Schmunzeln bei aller Ernsthaftigkeit. Nein, ich meine hiermit nicht, dass die Nachrichten-Moderatoren das Publikum plötzlich mit Anekdoten beglücken. Ich meine auch nicht die zahllose Comedies auf der deutschen TV-Landschaft.

Ich meine nur die Selbstironie, Experimentierfreudigkeit und - mehr Freiheit.
Oh, das klang jetzt beihane wie ein politischer Aufruf, deshalb beende ich hiermit meine Meckereien für heute.

Tschü

Monday, September 03, 2007

Lost in Translation

In der Bäckerei passierte mir diese Szene. Genauer gesagt, nicht mir, sondern einer Frau, die des Deutschen nicht mächtig war. Deswegen bediente sie sich des Englischen. Jedoch auch in dieser Sprache schien sie ungenügend bewandt zu sein. Sicherlich glänzte sie in einer anderen mir unbekannten Zunge und in bestimmten Situationen wäre sie in einer viel vorteilhafteren Lage als ich gewesen. Jedoch nicht in dieser. Die Verkäuferin war guten Mutes und nur der deutschen Sprache bewusst. So freute sie sich, als die Vertreterin fremder Länder sie ansprach:

- Haben... warme Brötchen?

- Ja, da kommen Se grade rischtisch, des Brötsche is im Offen, da müsse Se noch n Viertel Stund warten.

- Wh... Wie bitte?

- Na Viertel Stunden warten. Sie warten fufzehn Minuten.

- OK, I stay, - die in fernen Ländern aufgewachsene Käuferin war willig zu bleiben. - I stay.

- Was? Eis-Tee?

- Yes, I stay.

- Wir haben keinen Eistee.

- No, I stay. I stay...

Und so blieben die beiden armen Opfer der babylonischen Sprachverwirrung verdutzt da stehen, einer Verständigung unmächtig, einer Kommunikation entfähigt.

Sunday, September 02, 2007

Eine Offenbarung

Ich pflege stets, die Stätte des billgen Essens zu meiden, doch manchmal dominiert des Magens eiserne Macht.
So auch heute, als ich das Simulacrum des Wohlstandes unter grosser M betrat, verstand ich's.
Bestimmt habt Ihr sich gefragt, was macht denn jener gar merkwürdig Clown namens Donald in der Mcdonalds Werbung? Mich erinnert er an den Steven Kings Schreckens-Mimen aus dem Roman "It" oder "Es". Und wie lautet das Motto von Mcdonalds, werte Leser? Richtig: "I'm lovin' IT" resp. "Ich liebe ES". Ergo, ist die ganze McFettnahrungskette nichts mehr als Manifestation von dem, was King jahrelang den Lesern mitzuteilen versucht. Was ist's? Das überlasse ich eurer kranken Vorstellungskraft, meine lieben Leser...