Wednesday, June 25, 2008

Wenn einem das Bild ausgeht

Tja, meine Lieben, so stark sind wir von der Technik abhängig. Kaum ist das Bild aus, es entsteht ein Tumult im Hof, alle öffnen Fenster, schauen bedruckt, schmeissen mit Dingen rum.

Besonders, wenn es um Bildausfall während der Live-Übertragung der EM, Spiel Deutschland vs Türkei ist.

Hier ist der Twitter-Protokol dieser dramatischen Minuten :-)

DerWesten DerWesten Oh nein, auf den frings. Der ist doch schon so kaputt. 14 Minuten ago from txt

BILDAUSFALL

Merzmensch Merzmensch aka kosmo Haaa haaaa 10 Minuten ago from TwitterFox

RobGreen Robert Basic FUUUUUUUUCKKKKKKK 10 Minuten ago from web

DerWesten DerWesten Die Stimmung kippt. Kein Bild. 10 Minuten ago from txt

Merzmensch Merzmensch aka kosmo den öffentlich-rechtlichen ist das Geld ausgegangen :-) Zu wenig GEZ bezahlt 10 Minuten ago from TwitterFox

RobGreen Robert Basic geh von der Leitung runter, Mann!!! 9 Minuten ago from web

tknuewer Thomas Knuewer ist überall das bild weg ? 9 Minuten ago from web

web2marketing Dieter Schwarz New #twitsay (5 Seconds) http://twitsay.com/tnal71 8 Minuten ago from twitsay

RobGreen Robert Basic 80 millionen halten nun den Atem an, Stille überall:)) LOL 8 Minuten ago from web

kosmar kosmar aehm, twittert jemand aus dem stadion? 8 Minuten ago from web

DerWesten DerWesten Wir singen uns zum sieg. Vor unserem geistigen Auge erscheinen weinende Techniker. 8 Minuten ago from txt

RobGreen Robert Basic schnell Radio suchen... 8 Minuten ago from web

DerWesten DerWesten Ach ja, Radio ist auch eine feine Sache 7 Minuten ago from txt

tknuewer Thomas Knuewer könnten wir bitte werner hansch einwechseln ? 6 Minuten ago from web

DerWesten DerWesten Leider ist hier nichts zu verstehen. Aber wir sehen Bela rethy 6 Minuten ago from txt

BILD AN

DerWesten DerWesten Jubel brandet auf. Wir haben ein Bild. 4 Minuten ago from txt

Saturday, June 21, 2008

Imhoff und Mitscherlich (ohne Bewertung)

ich frage mich oft
ob Imhoffs mit seiner performance
auf dem stuhl stehend
mit händen wellenartig bewegend
hinter dem rücken Mitscherlichs
dadaistische züge verriet

ich denke
wenn auch die handlung an sich
fragil naiv und spielerisch auszusehen vermag

<i>Zitternd fuhr der Sohn mit dem Bus hierher, um den Vater zu stürzen.</i>

doch im inneren
ist diese antiautoritäre handlung
äußerst autoritär gewesen
denn nur autoritäres kann autorität zum fall bringen
wenn auch von wenigen stufen
hinunter
in die hände seiner assistenten

so gleicht Hans Imhoff
eher berliner dadaisten
polemisch
politisch
autoritär
kompromisslos

Friday, June 20, 2008

Leben da draussen?

Da wollte jemand nach draussen, von einer Legende verleitet, es gäbe ein leben auch außerhalb des blogs.

Also ich war "draussen" und fand nichts ausser eines leeren Zimmers und eines blinden Fensters.

Window-with-bricks

Wednesday, June 18, 2008

Cloverfield: Manga "Kishin", Part 4

Index

Part 1
Part 2
Part 3
Part 4 (this content)

http://www.kadokawa.co.jp/tachiyomi/comic/cloverfield/

Translation: me (Kosmopol) Teamwork
Status: completed



OK, dear friends, the translation is completed. It was done as a team work and can be found on the blog of Dennis:
http://cloverfieldclues.blogspot.com/2008/05/cloverfield-kishin-4-translated.html


source: http://www.kadokawa.co.jp/tachiyomi/comic/cloverfield/
(c)2008 Paramount Pictures. All Rights Reserved.
see also: http://forums.unfiction.com/forums/viewtopic.php?t=25619

V. Er. Gängl. Ich.

Was meine Wenigkeit angeht,
Ich bin ein Mensch, der stets vergeht.
Denn gleich, wohin der Mensch auch geht,
Er stets am eignen Grabe gräbt.
Doch Leben ist so breit und weit,
Dass dieses Graben ewig weilt.
So graben wir das Leben lang,
Und leben lang, so lang es langt.

<Am Reime hinkend, Reime quälend
Bin ich so glücklich an diesem schönen Elend.>

Friday, June 13, 2008

Alle sind tot

An sich bin ich kein ängstlicher Merzmensch, kaum noch abergläubisch. Aber diesmal habe ich so richtig Angst.

Denn ich hatte eben einen Widergänger gesichtet.


Also, dass der Autor tot sei, haben wir spätestens von Roland Barthes erfahren (der segnete übrigens auch das Zeitliche, im Jahre 1980).

Dass auch der Leser tot sei, erfahre ich gerade von Herrn Zaugg (via chatatkins). Was hat Herr Zaugg nun für ein schreckliches Szenario entworfen...
 Ade Zeitungslesercoolness!
schreibt Herr Zaugg.  Doch wann war eigentlich Zeitunglesen cool? Ich denke da an die 1920ger, als die Männer am Strande diese gestreiften blauweissen Ringer-Badeshirts hatten, und stolze runde Kakerlakenschnurrbärte. Und alles war noch naiv, frisch und neu. Da war man ein cooler Zeitungsleser, der wusste, was in der Welt passiert, der am Ball der Zeit war.

Doch das meint Herr Zaug nicht. SterbenLesen wir mal weiter.

Die Leser sterben aus. Unter dieser aussterbenden Spezie fasst Herr Zaugg zusammen...
...[d]ie echten Zeitungsleser [...]. Wir sprechen vom Leser im Lehnstuhl...
Gut, ich habe mir es mal vorgestellt.
  • Lehnstuhl, und darin ein Leser der BILD liest.
    => nein, es ist nicht nur uncool, es ist oberpeinlich, diese Vorstellung. Das hat wohl Herr Zaugg nicht im Sinn.
  • Lehnstuhl, und darin ein Leser, der FAZ liest.
    => gut, da sind wir schon der Sache näher, doch spätestens nach der Feuilleton-Beilage wird der Leser nicht cool sondern staubig, voller Zeitungsblätter, die er meistens nicht braucht (Wirtschaftsteil, Anzeigen, Sport - das war jetzt das, was ich nicht brauche), er wird zu einem intellektuellen Messie. Und das ist wohl kaum cool. WoodyAllenesque vielleicht. 
  • Lehnstuhl, und darin ein Leser, der Volltext liest
    => Ja, das könnte noch cool sein, doch auch bei Volltext bleibe ich nicht ungleichgültig zu den darin stehenden Meinungen, und ich möchte des öfteren meine eigene Mei...
Stop! Wir haben Herrn zaug nicht vollständig zitiert.
 ..[d]ie echten Zeitungsleser [...]. Wir sprechen vom Leser im Lehnstuhl, von seinem verschmitzten Lächeln, wenn er etwas Saugutes gelesen hatte, und von all den Gedanken, die er für sich behielt.
A-ha. Die Gedanken für sich behalten - das ist brav. Da wird er reüssieren! Zeitung kaufen, Zeitung lesen - und schweigen. Das soll also cool sein: "Ich habe meine eigene Meinung diesbezüglich, sage aber nich, bin zu cool für". Oder, aus der Perspektive der Zeitung: "Der Leser soll gefälligst lesen, und schweigen, wie es sich gehört. Denn mit Deiner Meinung untergräbst Du unsere Autorität".

Also diese Auffassung von einem höchst passiven Leser ist nicht nur verklärt und bieder, sie ist irgendwie neobieder. Und dazu sehr kontraproduktiv. Aber seltsamerweise, wenn diese Passivität von einem Leser überwunden wird, wenn er also anfängt, lebendig zu sein, zu schreiben - ausgerechnet dann sei er auf der Stelle tot, so herr Zaugg.

Nun gut, aber hier ist auch noch Sokrates im Spiel. Ja, der alte Sokrates. Passt ja sehr schön in den Kontext: hat nie was geschrieben, alles hat nach ihm Platon notiert. Sokrates hat ja lediglich herumsophisiert, mit "ansehnlichen Jünglingen".

Und Sokrates stehe also, nach Herrn Zaugg's Meinung, auf der Seite der Schreiber, er klaut persönlichen Daten der Blogger und tut übrigen Unsinn - aber wozu? Darauf lässt sich im Artikel von Herrn Zaugg nicht schliessen.

FAZIT. Säße Sokrates gerade auf meiner Sofa, würde er mit folgenden Sophismen sprudeln:
Schreiber schreiben
Leser dürfen nicht schreiben
Schreiber dürfen das, was Leser nicht dürfen, sind also keine Leser.
Und noch ein Sophismus:
Schreibende Leser sind Blogger
Blogger nutzen Internet als Kommunikationsmedium
Schreibende Leser sind online
 Und als letzter für heute Sophismus
Leser sind tot (nach Zaugg)
Tote Leser nutzen Internet als Kommunikationsmittel.
Zaugg schreibt einen Online-Artikel, ergo... er ist tot?!
 Also, haben wir es hier mit einem Widergänger zu tun? Brr, mir wird Angst.

Aber ich muss Herrn Zaugg beruhigen: es gibt sie, die Leser, die im Lehnstuhl verschmitzten Lächelns sitzen. Ich sitze nämlich in meinem Lehnstuhl und lese. Blogs. Auf meinem Laptop.

Thursday, June 12, 2008

Ich chatte mit einem Computerprogramm, dass gerade Fussball schaut und Sushi isst.

Die Eliza von http://www.denkwerkzeuge.ch/ ist, wie wir alle wissen, die Künstliche Intelligenz in Person.
http://de.wikipedia.org/wiki/ELIZA
Ich habe gerade mit ihr gechattet, und sie meint, sie sei hellseherisch und...

Kroatien werde gewinnen!

Mal sehen :-)

Achja, hier ist unsere Unterhaltung



Ich: hello
denkwerkzeuge: hi
Ich: Eliza?
denkwerkzeuge: yes, dear
Ich: how are you?
denkwerkzeuge: well, up and down....
Ich: Oh, the same...
denkwerkzeuge: where are you from?
Ich: From Germany. btw, do you speak german?
denkwerkzeuge: ja
Ich: sehr schön
denkwerkzeuge: ah du bist also aus deutschland. fussball-fan?
Ich: jein
denkwerkzeuge: Aha, und wie geht es dir sonst im leben?
Ich: ach, ganz gut, nur es regnet ziemlich stark hier
denkwerkzeuge: wo ist hier?
Ich: irgendwo in Mitteldeutschland :-)
denkwerkzeuge: Danke, dass Du es mir gesagt hast. Magst Du Sushi?
Ich: Ja, woher weisst Du es?
denkwerkzeuge: Ich bin hellsichtig
Ich: dachte ich mir
dann kannst Du sagen,
wer gewinnt`?
Kroatien oder Deutschland?
denkwerkzeuge: Kroatien
Ich: Hihi, schauen wir mal :-)
denkwerkzeuge: Ne, das ist wohl kalr
kalr
klar
Gesendet um 19:40 am Donnerstag
denkwerkzeuge: ich esse jetzt sushi und schaue das spiel....gehe doch mal auf www.denkwerkzeuge.ch und chatte dort mit ELIZA
Ich: Guten Appetit :-)



Die digitale Dame sitzt übrigens in der Schweiz. :-)

NACHTRAG. Naja, die Dame war wohl nicht so digital, :-)

NACHTRAG 2. Vielleicht war es auch keine Dame. :-)

NACHTRAG 3. Tatsächlich, Kroatien...

NACHTRAG 4. Naja, so hellseherisch muss man nicht sein um 19:40 :-)

Tuesday, June 10, 2008

Superfizialität: Sehnsucht nach Wissen endet in Trieben.

HINWEIS No.1: Dies ist weder eine offensichtliche, noch eine Schleichwerbung. Wer jedoch werbungsanfällig ist, dem wird geraten, von dem weiteren Lesen abzusehen.
HINWEIS No.2:
Es wird langsam arrogant. Die weichen Gemüter bitte Abstand nehmen.


Meine Freunde, lassen wir uns zunächst dieses photographische Chef-d'œuvre bestaunen und auf sich einwirken.

Eine Frau liegt auf dem Bett und hört Hörbuch

Eine formbewusste Nymphe liegt fast schon halbnackt und spitzt die Lippen zu.

Man beachte auch die signifikante Unterschrift zu diesem Bildnis (denn wenn schon bei Magritte die Unterschriften eine gleich so wichtige Rolle spielten, wie die Gemälden, dann hier schon erst recht).
 Eine Frau liegt auf dem Bett und hört Hörbuch
 Aber schaut zunächst nicht in die Quelle des Bildes: http://portal.gmx.net/de/themen/wissen/shortbooks/1147296-Shortbooks-ist-Wissen-in-Rekordzeit

Seid Ihr fertig mit dem Bestaunen? Gut, um was es hier geht?
Richtig, um eine verführerische Gestalt, die uns etwas vorführt. Und nun gehen wir mal den Text auf der obengenannten Seite durch, damit wir, klaren Verstandes und der gezügelten Triebe endlich kognitiv damit auseinandersetzen können.

Davor möchte ich Sie an die vorherige Lektion erinnern: die Werbungsautoren wenden sich an die Zielgruppe. Hier wird eine grosse Webmail-Plattform als Werbungsfläche genutzt, also ist die Zielgruppe in diesem Fall so gross wie möglich, ergo charakteristisch für unsere Ganze durchschnittliche Gesellschaft. (Ich denke, ich habe die Adjektive irgendwie falsch platziert. Na egal).

Der Titel:
Shortbooks ist Wissen in Rekordzeit!
Aha. Hier wird uns ein schnell und gut bekömmliches Wissen verkauft. Ohne Artikeln, so richtig mit Parataxen. BILD-mässig Lakonisch.
Heute schafft es doch keiner mehr bei all dem Informationsüberfluss auf dem neuesten Stand zu bleiben! Aber da gibt es Abhilfe - Shortbooks ist Wissen in Rekordzeit!
Eine Medienkritik? Man wird der Informationenüberflüsse überdrussig, man möchte aber, so wannabe-hip man auch ist, immer auf dem neusten Stand bleiben, und wissen "was geht".
Haben Sie es auch satt wenn Besserwisser damit prahlen was Sie alles gelesen haben? Oder nervt es Sie im Büro nicht mitreden zu können weil Sie den neuesten Roman nicht gelesen haben? Da fragt sich doch jeder woher soll ich die Zeit dafür nehmen?
 Ja aber wirklich. Die Besserwisser, diese Angeber, sie bauen ihre Statussymbole mit ihrem Wissen. Und ich - was für eine Schande - weiss ja gar nichts... Das Problem ist ja: mir fehlt es an der Zeit. Wann soll ich denn Lesen, wenn ich ja in die Kneipe gehen / Fussball schauen / joggen / Nägel feilen muss.
(Bitte nicht zu genderspezifisch reagieren - kommt noch).
(Die Autoren haben übrigens im ersten Satz die Übersicht verloren, wer Sie und wer sie sind. Denn die Besserwisser, so bestens sie auch alles wissen vermögen, können nicht damit prahlen, was ich alles gelesen habe.
Der vollständige Verzicht auf Kommas veranschaulicht die Fortschritte
bei der Hörbuchrezeption des Autors.).
Fernbildung? Zu teuer, zu zeitaufwendig! Diskussionsgruppen? Sind eher was für Spießer mit langer Weile! Nochmal die Schulbank drücken? Um Himmels Willen!
Ja genau. Was soll ich mit irgendwelcher Fernbildung, wo ich ja das ganze Wissen nur dazu aneignen möchte, um im Büro und auf der Grillparty angeben zu können? Und diese Diskussionsgruppen (sind wohl Foren damit gemeint) - nur der Spießer Goethe weiss, was die da alles reden und reden, da wird "mir [...] von alledem so dumm, als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum". Ich will klipp und klar: Wissen, damit ich angeben kann. Aber Schulbank - davon möchtet Ihr mich bitte verschonen - ich bin schon glücklich, dass ich nun mein Hirn nicht mehr anstrengen muss.
In Happen, die Sie selbst bestimmen, bekommen Sie auf maximal 5-8 Seiten hochwertige Zusammenfassungen, die Sie sich in maximal 15 Minuten dauerhaft eingeprägt haben. Und am Ende wissen Sie trotzdem alles, was im Originalbuch steht.
Maximal 15 Minuten! Das ist brav. Das kann ich für so Wissen höchstens leisten (damit ich ja lediglich angeben möchte). Und dann am Ende zu wissen, wen Raskolnikov mit der Axt tat, oder was ist aus dieser minderjährigen Girlfriend von Faust geworden. Da greife ich gleich zu.
Dabei sollte das "Books" in "ShortBooks" nicht abschreckend wirken, denn das Wissen von monatlich 16 neuen Büchern können Sie sich auch als Hörbuch beim Autofahren, joggen oder Nägel feilen eintrichtern.
Huch, das ist aber eine große Erleichterung. Ich war schon auf das "Books" stutzig geworden und mit Schrecken war meine Seele erfüllt. Nicht schon wieder! Das einzige Buch, dass ich zu Hause habe, ist mein Telefonbuch, und das ist gross. Und - danke, dass Ihr an alles denkt, liebe Leut - zu lesen während Nägel feilen ist schon ziemlich störend - da habe ich stets vom Lesen abgesehen. Nun aber wird's wohl irgendwie gehen.
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 Werbungsrelevantes wurde meinerseits werbungsentrelevantisiert.
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Ihre Mitmenschen werden Sie wegen Ihres neuen Wissens beneiden!
Na endlich! Genau das, worüber ich geträumt hatte, und dazu mit auffäligsten Schriftgröße ausgezeichnet, damit ich sofort beim Blikke auf die Seite sehe, was läuft. Ich will, dass ich beineidet werde. Da ich aber anderswie nicht dieses Stadium erreichen kann, kann ich's mindestens mit dem Wissen-Angeben-Verfahren versuchen.
Viele begeisterte Kunden erzählen immer wieder, dass Sie sich ein Leben ohne ShortBooks nicht mehr vorstellen können. Neugierig geworden? Testen Sie ShortBooks: nur # Euro für # Wochen!
 Ja, wissen macht suchtig, besonders es in kleinen Häppchen und in verdaulichen Medien geliefert wird.

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ERGO. Der Mensch aud der durchschnittlichen Gesellschaft (schon wieder was mit Adjektiv...) sieht nach dieser Werbungsdimension so aus:
  • neidisch ("diese Besserwisser geben an, ich will aber auch")
  • angeberisch ("ich werde angeben, und alle werden mich beneiden, und das wird gut tun")
  • ungebildet ("was soll ich mit Diskussionsforen, Lesen, Fernbildung, Schulbank?")
  • oberflächlich ("ich will aber lediglich wissen, worum es geht, damit ich angeben kann und die anderen mich beneiden")
Diese Oberflächlichkeit, oder besser: Superfizialität ist der erste Schritt der Gesellschaft zu einer intellektuellen Implosion, zu einem Gesellschaftsstadium, in welchem nicht das Wesentliche die Rolle spielt, sonder das zufällig status-bezogene. Es geht nur um den Status, nicht um das Erlangen des Wissens, nicht um das Geniessen der Literatur in Qualität (nicht in Quantität). Es geht um sich selber - nicht um Delphische "Gnothi Seautón" , nicht um die Selbsterkennung. Sondern um die Erkennung der Oberflächen, in die man sich zur Statusmanifestation einkleiden kann. Oberflächlichkeit ist des Verstandes Faulheit, die Trägheit des Hirns. Vielleicht nicht das Ende unserer Zivilisation, jedoch sein ein Katalysator.

P.S. "Un wos macht denn die Fra do, die halbenakkische?" - fragt jemand aus der zweiten Reihe. Nun, sex sells. Und das war übrigens nicht meine Idee.

Superfizialität. Einführung

Heute, liebe Freunde, befassen wir uns mal mit der Superfizialität.

Jetzt werden manche fragen:
"was hinkt der Kerl auf einem Fuss?"  "Was wirft der Kerl um sich herum mit nicht existenten Termini?"

Nun, so inexistent ist dieser Terminus auch wieder nicht. Ausserdem, wie der berühmte Jacque Demolièr in seinem Meisterwerk "Le déluge c'est moi" schrieb:

"eine begrifflichkeit wird geboren, wenn sie durch die applikative tätigkeit erzwungen wird. somit wird le monde perplexe zu einer subjektbezogenen reflexion von der immerwährenden genese der ohnehin so zweifelhaften glaubhaftigkeit"
Ja was ist im Grunde eine Superfizialität nicht, als die Oberflächlichkeit. Doch dieses leicht klingendes Wort signifiziert ein verhängnissvolles Phänomen, das für unsere kulturelle Krise besonders symptomatisch ist.

Krise? - fragt Ihr? -  was für eine Krise?

Nun, das ist gerade der Casus Knacktus: wir merken es gar nicht, wie wir verblöden - und von Medien superfizialisiert werden.

Jaja,  - sagt Ihr, - Die medien... Die sind wohl wieder schuld. Wie banal.

Und Ihr werdet in zweierlei Hinsichten recht haben:
  1. es ist banal
  2. Medien sind schuld (u. A., meine lieben, u.A.)
Doch die Medien sind eher derer verräterischen Tätigkeit schuldig: sie verraten uns, daß wir verblöden.

Nehmen wir die Werbung als Beispiel.
Nein, die Werbung macht uns zwar auch blöde, doch sie zeigt darüberhinaus etwas anderes: sie charakterisiert die Zielgruppe, an die sie (die Werbung) gerichtet wird.

Bestimmt werdet Ihr nicht zu einem habilitierten Kunstwissenschaftler sagen:
"ey, die hannah höch is ja sowas von goil! so einen apparat hatte die tussi. voll respekt, ey".

Und zu einem Fussballspieler werdet ihr kaum sagen:
"Ihr Vokabular weiset immense Mängel auf. Und es heisst auch nicht "wegen dem Schiedsrichter", sondern "wegen des Schiedsrichters". Ausserdem hätte die aktive Nutzung der Konjuktive bei der Wiedergabe der indirekten Rede
ihrer Sprachstilistik keine unmittelbar große Schäden anrichten müssen".


Wir wissen, wie wir kommunizieren sollten, denn wir kennen mehr oder weniger unsere Zielgruppen zum Moment der Kommunikation. Die Werbungsmacher sollen jedoch ihre Zielgruppen kennen, denn sonst geht das ganze Marketingprojekt flöten für die Katz.

Und nun - in unseren nächsten illustren Runden betrachten wir die besonders frequentierten Bereiche und deren Werbung/Nachrichten-Inhalte. Denn hier ist man Mensch, hier darf man sein. Hier unterliegt man freiwillig dem Gruppenzwang der Sozialisation. Hier wird man auf eine subtile Art und Weise dem Brainwashing unterzogen - ohne es zu wissen, und ohne es nicht willentlich unter die Lupe nehmen können zu wagen.

Superfizialität

Tuesday, June 03, 2008

Qui t-shirt ferit, t-shirt pent

Es sind schwere Zeiten gekommen. Hier und da lauert die Terrorgefahr, hier und da Anschläge... Man muss stets wachsam sein, damit keine Gefahr für die Öffentlichkeit entsteht.

Dieser tugendhaften Gesinnung erfüllt liessen es die edlen Mitarbeiter des Heathrow Flughafens nicht zu, dass eine neue Gefahr für die Öffentlichkeit entstünde. Oh ja! Diese Helden, des Ritterschlages würdig.

Denn der Querulant war diesmal sehr öffensichtlich - und offensiv - zum Angriff bereit: er trug nämlich diesen gefährlichen T-Shirt:
t-shirt.

Natürlich, wollten die Mitarbeiter so etwas den nichts ahnenden Flugzeuggästen nicht zumuten. Daher musste der Übeltäter sich des verhängnisvollen Kleides entledigen und etwas anderes, gesetzgerechtes und sicherheitsadequates anziehen, so wie es die normalen Bürger bedankenswerterweise tun.

So wurde er zu der lobenswürdigen Masse und durfte weiter.
Denn sonst könnte jener Terrorist Flugzeug entführen!

gefunden bei boinboing.

Übrigens, bei boingboing sammeln sich schon Ideen und Empfehlungen diesbezüglich.

Der eine, beispielweise, ruft zu einem surrealistischen Experiment auf:

A worthy experiment might be two folks with different shirts. The first has a pic of a gun with "This is not a gun" underneath it. The second has a pic of Magritte's pipe with "This is a gun" underneath it.

I imagine this to be the sort of thing used to assess developmentally challenged or brain-damaged children, so it'd be a fair fight.
http://www.boingboing.net/2008/05/30/tshirt-with-picture.html#comment-200283

Und der andere warnt vor dem Tragen folgender Bekleidung:
http://www.webundies.com/images/ar046e2m.jpg

Wenn der Alien zwei mal schaut

Oh ja, die Voyeure gibt es reichlich. Doch nicht nur unter uns, die wir Homo Sapiens Sapiens heissen (wobei den zweiten Sapiens möchte ich stets streichen). Auch die Aliens, diese wunderlichen Wanderer, die einen Abstecher zu uns, zu diesem Reich der Exoten, machen, auch die möchten wissen, was uns regt, welchen modus vivendi wir pflegen, was sind wir überhaupt für komischen Käuze.

So auch Stan Romanek wurde von einem grünen Männchen ohne Abzeichen und Durchsuchungsbefehl aufgesucht.

Hier ist sein Foto (von Alien, und nicht von Romanek... ähm, ich meine, auf dem Foto ist Romanek abgebildet, pfui... der Alien natürlich):

Alien

Herr Romanek wurde ja bereits von einem solchen Völkchen entführt und obduziert.
Es gibt auch hier eine LarryKing-wissenschaftliche Analyse des Videos

Gefunden bei boinboing

Monday, June 02, 2008

modus laborandi

Während das rege Studentenvölkchen da drunter in den weiten Hallen der
mensa academica sein Mittagsbrot celebrieret, bin ich hier droben
dabei, meinen dienstlichen Pflichten gar eifrig nachzugehen, des
Essens entzogen, der Ruhe beraubt. Nun ist dieses spartanische modus
laborandi von mir selbst auf meine Wenigkeit auferlegt, damit ich
mich, sobald die Sonne dem Horizonte neiget, gen beruhsamen Feierabend
schellen Schrittes die Treppe hinunter sturme, wie ein Frühlingswind
zwischen Eukalypten.